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Für den Übergang über den Gampenpass gilt ähnliches wie für den Jaufenpass: Man kann die geteerte Paßstraße ab Lana fast komplett umfahren. Um vom Südiroler Burggrafenamt ins bereits italienischsprachige Trentiner Val di Non zu kommen, bietet sich die verkehrsfreie Alternative übers Platzer Jöchl an. Lediglich der letzte Kilometer hinauf zum Gampenpass vollzieht sich auf der Straße, das war’s aber auch schon mit Verkehrsberührung auf der gesamten Tagesetappe.

Von Meran entlang der Passer (Marlinger Straße) geht es auf Radwegen bis Moos, dann an der Pferderennbahn entlang (Gampenstraße) bis zur Kasernenstraße. Immer der Radwegebeschilderung folgen und über die Via Roma nach Sinnich. Der Radweg wird über die Etsch und die Autobahnbrücke Richtung Lana geleitet. Linksseitig kann man verkehrsberuhigt über Aichweg und Ländgasse bis in den Winzerort Lana radeln.

Über den Gampenpass gibt es mehrere Möglichkeiten: Hier beschreiben wir die Variante über Rateis und Pfrolln. (Auf eine weitere Möglichkeit über den Moosweg, Tisens, Völlan und das Völlaner Joch gehen wir in einer eigenen Beschreibung ein.) An der Hauptstraße in der Ortsmitte angekommen, hält man sich links Richtung Gampenpass. Sobald die Straße aus dem Ort führt, zweigt rechterhand der Völlanerweg Richtung Helmsdorf und Rateis ab. Die Teerstraße weist stellenweise extreme Steigungen auf. Über den Ansitz Helmsdorf gelangt man nach 2 km zum Weiler Rateis (590 m). Hier beruhigt sich die Steigung wieder.

Weiter geht es rechts haltend im Rateiserweg Richtung Rafflerhof angenehm ansteigend bergauf. Nach 3 km passiert man einen Tunnel. Die Zubringerstraße ist weitere 3 km geteert bis zum Keilhof. Immer wieder bekommt man schöne Ausblicke in das Ultental. Insgesamt verläuft die Auffahrt im schattigen Wald. Nunmehr führt die Waldstraße geschottert weiter und in einer Linkskehre (17,8 km) muss man den Wanderweg (6) geradeaus nehmen. Dieser wird nun immer schmaler, ist an manchen Stellen durch ein Holzgeländer gesichert und überquert einen Gerölltobel, durch den man das Bike schieben muss. Auf der anderen Seite des Tobels gelangt man auf einen verwachsenen Karrenweg, wo Fahren wieder möglich ist. Bereits nach 200 m zweigt links ein sehr steiler Wanderweg von diesem Karrenweg ab. Die ersten 100 m des Anstiegs müssen geschoben werden, aber später lässt sich der Trail bergauf ganz gut fahren. Wer keine Lust auf die kurze Schiebepassage hat, kann auch auf dem Karrenweg bleiben, der bald darauf ein wenig an Höhe verliert. Auch diese einfachere Variante gelangt zur Zufahrtstraße hinauf nach Pfrolln. Die Wanderweg-Variante ist aber kürzer und schöner. Man folgt der Beschilderung und gelangt schon bald zur rechts am Wegrand gelegenen Gastwirtschaft Pfrolln (1412 m), bei der es einfache Jausen zur Stärkung gibt. Weitere 150 Höhenmeter auf guter Waldstraße stehen bevor, ehe man den Sattel (1564 m) oberhalb des Platzer Jöchls passiert. Nun geht es bergab auf Karrenweg (10) Richtung Platzers, aber man darf nicht den Abzweig (11) geradeaus Richtung Gampenpass verpassen. Die Waldstraße mündet in die Paßstraße, auf der man rechts den letzten Kilometer hinauf zum Gampenpass (1518 m) bewältigt, wo das gleichnamige Gasthaus steht.

In der Abfahrt Richtung Süden halten wir uns rechts der Straße auf dem „Schöpfungsweg“, der bis zur Wallfahrtskirche „Unsere Liebe Frau im Walde“ führt. Die Kirche ist sehenswert und am Ort gibt es zwei Gaststätten. Auf dem hier beginnenden „Rankipino“-Radweg kann man die Abfahrt vollständig verkehrsfrei bewältigen. Die Trasse wurde erst vor wenigen Jahren für Radfahrer ausgebaut und führt zunächst auf einer Zubringerstraße zum Weiler Urban, ehe sie in den steilen Kehren in den Wald eintaucht. Man passiert dem Moorsee Laghetto di Regola und gelangt zur Ausflugsgaststätte „Arnica“. An der Kreuzung vor dem Restaurant muss man darauf achten, nicht die Straße nach Castelfondo zu nehmen, sondern rechts auf der „Rankipino“-Trasse zu bleiben. An den waldigen Hängen der Maddalene-Gruppe zieht sich nun das Bikeband in munterem Auf und Ab unterhalb des Brezner Jochs dahin. Oberhalb Salobbi streift man für einen Kilometer die Jochstraße, ehe man sie bei Carnalez wieder verlässt und einem sehr schönen Waldweg Richtung Maso Plaz folgt. Man befindet sich nun oberalb der kultivierten Anbauflächen des Nonstals und seiner Plantagen. Apfelbäume, soweit das Auge reicht. Der Blick fällt über das Val di Non bis in die imposante Brenta, die sich drohend vor dem Biker aufbaut. Immer oberhalb der Dörfer, der Talstraße und der Apfelplantagen, aber unterhalb der Waldgrenze, zieht sich unser Weg dahin. Etwas aufmerksamkeit ist notwendig, den Abzweig rechts auf einen gedeckten Waalweg nicht zu verpassen. Ein Bewässerungs-Aquädukt für die Plantagenbewirtschaftung lässt uns die nächsten 2 Kilometer anstrengungsfrei dahin rollen, ehe wir die „Rankipino“-Route linkerhand Richtung Revo verlassen müssen. Oberhalb des aufgestauten Lago di Santa Giustina muss man sich spätestens in Cagno entscheiden, ob unsere Alpenüberquerung nun west- oder ostseitig der Brenta weiterführen soll.

Entscheidet man sich für die westseitige Umfahrung über Madonna di Campiglio, dann schlägt man in der Abfahrt von Cagno die rechte Straßenvariante ins Val di Sole ein, welches man an der Brücke Ponte Mostizzolo erreicht. Hier hat man auch die beschilderte Dolomitenrunde „Dolomiti Brenta Bike“ vor sich, auf der man ohne Orientierungsschwierigkeiten nach Malé und Dimaro gelangt.

Will man die Tour hingegen ostseitig der Brenta Richtung Andalo fortsetzen, wählt man in der Abfahrt von Cagno die linke Straßenoption, die über die Brücke über den Stausee wieder hinauf nach Cles führt. Auch hier stößt man auf die „Dolomiti Brenta Bike“-Route, der man nun südwärts Richtung Tuenno folgt.

Fazit: Sehr schöne, aber durchaus anstrengende Fahrt über den Gampenpass, bei der die Paßstraße fast vollständig gemieden wird. Die „Rankipino“-Trasse auf der Seite des Nonstals ist ein besonders gelungenes Beispiel für einen naturnahen Bikeweg.

Einkehrmöglichkeiten unterwegs in Pfrolln, am Gampenpass, Unsere Liebe Frau im Walde, Revo, Cagno. In Cagno steht die Tourenentscheidung für die nächsten Etappen an.

Keine Aufstiegshilfen, wenn man einmal vom Linienbus absieht, der Meran mit dem Gampenpass verbindet.

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