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Die Ostumfahrung des Brentamassivs vollzieht sich fast vollständig auf der „Dolomiti Brenta Bike“-Strecke (im Uhrzeigersinn nach Süden). Obwohl man dabei gegen die „offizielle“ DBB-Fahrtrichtung fährt, lässt die durchgehende Beschilderung keine Fragen offen. Man passiert das gesamte Nonstal auf einer an die ostseitige Brenta-Flanke modulierten Bikestrecke, die sich durch ein ständiges Auf und Ab charakterisiert. Dabei befährt man zumeist auf Schotter-, Wald- und Bewirtschaftungswegen die weit reichenden Apfelplantagen, die der Gegend ihre charakteristische Prägung verleihen. Die Ost-Variante ist also weniger schroff, alpin und „sicherer“ im Fall schlechten Wetters.

Von Cles über Tuenno und Terres gelangt man auf strassenbegleitenden geteerten Radwegen nach Flavon, wo man die Ebene der Dörfer gegen den Hang hin verlässt und auf die DBB-Trasse gelangt. Nunmehr auf Waldtrails, alten Bewässerungswegen und einer sehr schön in eine senkrechte Felswand gebaute Passage bis Sporminore. An der Ruine des Castels Sporo vorbei gelangt man auf einen schmalen Singletrack, der uns ohne großen Höhenverlust ins Tal des Wildbachs Sporeggio führt (585 m), wo bei Le Seghe der 5 km lange Wiederaufstieg nach Andalo (1130 m) beginnt. Diese Passage wurde vor allem wegen der Abfahrer vor einigen Jahren an den steilsten Stellen durch betonierte Rampen „entschärft“. In Bergauffahrt wird jeder Alpencrosser dabei einige Stellen erlebt haben, wo sich die Sinnfrage „Fahren oder Schieben?“ stellt. Andalo selbst ist sommers wie winters ein vor allem von Italienern gern besuchter Touristenort. Es stellt den höchsten Übergang auf unserer heutigen Etappe in die Thermenregion von Comano dar.

Paganella-Exkurs: Wer viel Zeit und Kraft hat, kann in Andalo die Schotterstraßen-Auffahrt auf den Bergrücken der Paganella ins Kalkül ziehen. Diese anstrengende Variante addiert weitere 800 bis 1000 Höhenmeter, sowie rund 20 km zusätzliche Wegstrecke hinzu (je nachdem, wie man über den Höhenrücken weiterfährt). Dafür bekommt man an klaren Tagen sensationelle Ausblicke auf Brenta und Gardasee und in die östlichen Dolomiten geboten und am Ende eine knackige Abfahrt nach Margone und Ranzo. Die Auffahrt kann man sich mit der Paganella-Kabinenbahn erleichtern. GPS-Tracks finden sich im Marvin-Ordner.

Unsere normale Strecke führt ostseitig der Hauptstraße auf der DBB-Country-Route durch den Wald bis an den See von Molveno. Man überquert Straße und Ort und passiert den See auf der den Berg flankierenden Westseite des Gewässers, wo eine Schotterstraße zur Option steht. (Ostseitig des Sees gibt es neben der Hauptstraße aber auch noch den Wanderweg „Sentiero circumlaculae“, der für die Weiterfahrt in Frage käme; siehe GPS-Track „Lago di Molveno“.)

Man gelangt an den Weiher von Nembia mit seinen Picknickplätzen und zum gleichnamigen Hotel-Restaurant, wo eine große „Marvin“-Flagge davor den radelnden Besucher erstmals auf die Heimat des Namensgebers dieser Tour hinweist. Es ist eine grafisch gestaltete Vignette eines frechen Biker-Bürschchens, das neugierig machen soll auf die vielfältigen Bikemöglichkeiten der Region. Nahezu 20 Tagestouren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade finden sich über die Homepage des Tourismusvereins oder im GPS-Touren-Portal. Etwa 10 dieser Strecken sind komplett ausgeschildert, die anderen lassen sich mithilfe eines GPS-Geräts leicht finden.

Nun folgt eine schöne Abfahrt auf der alten Verbindungsstraße mit Blicken über die Geländebecken von Comano Terme. Über San Lorenzo gelangt man ins sogenannte Banale, dann über Dorsino und Tavodo nach Villa Banale und zur Krönung gibt es am Schluß noch einen netten Flowtrail hinab nach Comano Terme.

Fazit: Lang, aber weniger alpin als die Westumfahrung, bietet sich die Variante durchs Nonstal an, wenn man weniger Steigungshöhenmeter und Etappenlänge akkumulieren möchte. Bei Schlechtwetter ist sie außerdem sicherer, da man jederzeit in nahegelegene Dörfer „flüchten“ kann, wo es auch zahlreiche Gaststätten als Einkehrmöglichkeiten gibt. Im Nonstal verkehrt die Schmalspurbahn nach Trento, mit der man einen Teil der Strecke abkürzen könnte. Zwischen Andalo und Comano Terme verkehrt eine „BiciBus“-Linie. Wer nicht genug bekommen kann, darf noch die Paganella mitnehmen.

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